Groß dreht letzte Runde in Sibirien
16.03.07 -Nach 17 Jahren in der Weltspitze beendet der viermalige Staffel-Olympiasieger und neunmalige Weltmeister seinen Dienst mit der Waffe.
Fast hätte die letzte Saison des gebürtigen Erzgebirglers vorzeitig geendet, denn vor zwei Wochen beim Weltcup in Lahti musste er ausgerechnet in seiner Lieblings-Disziplin, dem 20-km-Einzellauf, aufgeben. Der Erkältungs-Virus ist zwar mittlerweile überwunden, aber: "Viel trainieren konnte ich nicht. Ich wollte trotzdem unbedingt nach Khanty und mich dort offiziell von allen verabschieden. Sportlich sind keine Wunderdinge zu erwarten." Die sportlichen Wunderdinge in der zumeist auch Mitte März noch bitterkalten Erdöl-Metropole Khanty Mansijsk im westsibirischen Sumpfgebiet hat der 36-Jährige längst abgeliefert.
2003 erfolgreich in Khanty Mansijsk
2003 bei der WM war er in der Heimat der sibirischen Ur-Völker Chanten und Mansen Weltmeister im Jagdrennen und mit der deutschen 4x7,5-km-Staffel, er holte Silber im Sprint, Bronze über 20 km und damit vier seiner insgesamt 21 WM-Medaillen. Die letzte eine Bronzene gewann Groß mit der Staffel in Antholz Februar 2007. 18 Jahre zuvor hatte Ricco Groß als Junioren-Weltmeister in der DDR-Mannschaft mit dem Sammeln von Edelmetall begonnen, war nach seinem Wechsel von Zinnwald am Osterzgebirgskamm in seine Wahlheimat Ruhpolding schnell in die erste Garnitur des vereinten deutschen Biathlon-Teams aufgerückt und konnte schon als 21-Jähriger 1992 in Albertville an der Seite seines späteren Trainers Fritz Fischer olympisches Staffelgold gewinnen.
Ricco Groß will als Trainer arbeiten
Dem Biathlon möchte der Sportsoldat auch nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn erhalten bleiben. Groß freut sich schon auf den April, wenn an der Kölner Sporthochschule seine Trainer-Ausbildung beginnt. 'Ich freue mich auf neue Aufgaben und die Zeit nach meiner sportlichen Karriere und bin ein Stück weit froh, dass jetzt alles zu Ende ist. Es war schwer genug, den Körper noch einmal auf Hochleistung zu halten."